Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Thea­ter im Sihl­wald: «Lie­bes­lust und Scha­ber­nack» -
Pos­sen von Gio­vanni Boc­cac­cio aus dem «Deca­me­rone»

9. Juli bis 2. August

Ersatz­pro­duk­tion

Seit dem Jahr 2000 führt das tur­bine thea­ter im Besu­cher­zen­trum in Sihl­wald jeden Som­mer eine Frei­licht­auf­füh­rung auf. Lei­der musste die im Juli 20 geplante Jubi­lä­ums­pro­duk­tion «Das Lied der Mord­nacht» wegen der Corona-Epi­de­mie abge­sagt wer­den; der not­wen­dige Sicher­heits­ab­stand hätte bei der Zuschau­er­tri­büne nicht gewähr­leis­tet wer­den kön­nen. Damit das beliebte Som­mer­thea­ter den­noch statt­fin­den kann, war­tet das tur­bine thea­ter nun mit einer Ersatz­pro­duk­tion auf, die den corona-beding­ten Sicher­heits­as­pek­ten Rech­nung trägt.


Pos­sen von Gio­vanni Boc­cac­cio aus dem «Deca­me­rone»

Die letz­ten Monate regier­ten uns Angst und Unge­wiss­heit. Ein heim­tü­cki­sches Virus riss die Krone an sich und auf­er­legte uns sein Dik­tat. Wir schick­ten uns drein, gin­gen in Qua­ran­täne. In noch stär­ke­rem Masse als wir erlebte das im 14. Jahr­hun­dert Gio­vanni Boc­cac­cio zur Zeit der Pest. Boc­cac­cio sel­ber hatte die Seu­che über­lebt, mehr noch, sie bil­dete den Rah­men für sein gros­ses Werk «Il Deca­me­rone», das ihn bis heute unsterb­lich macht. Ein Buch, das die Schön­hei­ten des irdi­schen Lebens fei­ert: hun­dert Novel­len gegen den Tod! Auf­fal­lend die blü­hende Phan­ta­sie, der ero­ti­sche Witz, der Scha­ber­nack, die Lust an der Liebe – der himm­li­schen wie irdi­schen - die mit der Ver­harm­lo­sung der «Sünde» locker ein­her­geht; was sprach­lich so stil­voll und leicht­füs­sig daher­kommt, kann keine Sünde sein! «Il Deca­me­rone» ist der wahre Anti­kör­per gegen Ein­schrän­kung, Zwang und Dogma, gegen Herr­schafts­sys­teme und Dop­pel­mo­ral. Es ist die Lust am Leben per se, an der Frei­heit, phil­an­thro­pi­sche Anar­chie und seit 670 Jah­ren Inspi­ra­ti­ons­quelle vie­ler gros­ser Dich­ter, Maler und Fil­me­ma­cher.

Lie­bes­lust und Scha­ber­nack

Fünf Schau­spie­le­rIn­nen, ein Musi­ker, zwei Gar­de­ro­ben­stän­der vol­ler Kos­tüme und sons­ti­ger Plun­der rei­chen aus, um die wit­zigs­ten, anmu­tigs­ten, geist­reichs­ten, tief­grün­digs­ten und ober­fläch­lichs­ten Geschich­ten auf die Bühne zu brin­gen. Zwi­schen Com­me­dia dell’ Arte von frü­her und Monty Python von heute, beglei­tet von Tanz und Musik, ent­steht ein spon­ta­ner Thea­ter­abend, der in einer aus­ser­ge­wöhn­li­chen Zeit alt Bewähr­tes neu ent­deckt und ins Heute ruft!

In der Dra­ma­ti­sie­rung von Peter Niklaus Stei­ner bil­det das geschlos­sene Thea­ter im Sihl­wald die Aus­gangs­lage. Es soll neu gestri­chen wer­den, doch die Hand­wer­ker stö­bern darin einen Schau­spie­ler mit sei­ner Kol­le­gin auf, die sich zur Liai­son dahin zurück­ge­zo­gen haben. Da bringt die Betriebs­lei­te­rin Kafi und Gip­feli und schon bald sehen sich die Prot­ago­nis­ten über die Magie von Requi­si­ten und Kos­tü­men in deren Geschich­ten ver­setzt, beglei­tet von einem acht­köp­fi­gen Gesangs- und Plausch-Ensem­ble, das am andern Ufer seine Bade­tü­cher aus­brei­tet und Schirme auf­spannt. Som­mer­thea­ter­ge­nuss unter Ein­hal­tung der Schutz­vor­schrif­ten mit gedeck­ter Zuschau­er­tri­büne und Bis­tro.

Die Pos­sen: Da wird einem zum Jux weis gemacht, er sei unsicht­bar, was ihm gehö­rige Schelte ein­bringt. Ein älte­rer Rich­ter bekommt das «Recht der Natur» zu spü­ren, indem seine junge Gat­tin ihn einem attrak­ti­ven See­räu­ber, der sie ent­führte, vor­zieht. Einem andern Patri­ar­chen wer­den vor sei­nen Augen Hör­ner auf­ge­setzt und gleich­zei­tig vor­ge­täuscht, es sei nicht wahr was er sieht. Ein schlauer Mönch weiss von Gano­ven unter­ge­scho­bene Kohle als hei­lige Reli­quien anzu­prei­sen. Ein sich stumm stel­len­der Gärt­ner bekommt die Lie­bes­lust der Non­nen zu spü­ren. Eine Dame erhält von einem als Mönch ver­kapp­ten Strolch nächt­li­chen Besuch in Gestalt des Engels Gabriel. Eine andere weiss mit geschick­ter Rede ein Gesetz gegen Ehe­bruch aus­zu­he­beln und damit ihr Leben zu ret­ten. Schliess­lich stellt die Ring­pa­ra­bel die Frage nach der hin­ter allem lie­gen­den Wahr­heit.

Spie­lende

22.15 Uhr (inkl. Pause)

Mit­wir­kende

Regie und Dra­ma­tur­gie: Peter Niklaus Stei­ner
Musik: Fabio Ryser
Cho­reo­gra­phie: Merete Ams­trup

Es spie­len: Susanne Kunz, Fla­vio Dal Molin, Nico Jaco­met, Jac­que­line Vet­terli, Peter Niklaus Stei­ner, Fabio Ryser
Sing- und Plausch-Ensem­ble: Mar­kus Weid­mann, Anina Him­mel­ber­ger, Tho­mas Kühl, Livia Werth­mül­ler, Rudolf Kel­ler, Morena Sam­paio, Laura Lip­pu­ner, Annika Leit­ner

Regie­as­sis­tenz: Debo­rah Althu­ser
Kos­tü­mas­sis­tenz: Anina Him­mel­ber­ger
Gra­fik: Polytrop Inter­me­dia
Büh­nen­bau: Nik Stahl­ber­ger
Abend­tech­nik: Michel Baum­gart­ner
Tech­nik und Schutz­kon­zept: Til­man Albrecht
Bis­tro: Jas­min Bau­mann

Pro­duk­ti­ons­lei­tung: Domi­nik Zemp

Tickets

Bitte lesen Sie vor der Ticket­be­stel­lung die Sicher­heits­hin­weise durch.


Details

Beginn:
9. Juli
Ende:
2. August
Veranstaltungskategorie:

Dieser Beitrag hat 19 Kommentare

  1. Abso­lut fan­tas­ti­sche Schau­spie­ler­leis­tun­gen, wit­zige Hand­lung ! Ein sehr ver­gnüg­li­cher Abend !

  2. Prima Tempo, mit viel Fan­ta­sie insze­niert und über­zeu­gend gespielt. Bravo

  3. War sehr span­nend, beson­ders der zweite Teil. Zum Spie­len wahr­schein­lich nicht ein­fach. Schöne Kulisse

  4. Die Vor­stel­lung war herz­er­fri­schend, mit viel Spiel­freude auf­ge­führt und diese anspruchs­volle (und heikle) Vor­lage wurde meis­ter­haft umge­setzt! Macht wei­ter so!
    Auch die Bezüge zur heu­ti­gen Zeit haben uns sehr amü­siert!

  5. Die­ses Thea­ter hat ein­fach immer sehr viel Atmo­sphäre, danke!!!

  6. Wort-und musik­reich, hei­ter und anre­gend!

  7. Es war ein aus­ser­ge­wöhn­lich tolle Auf­füh­rung, ein wun­der­voll ent­span­nen­der Abend! Die Schau­spie­ler haben ihr Bes­tes gege­ben und wir sind beglückt nach Hause gefah­ren. Wir kom­men bestimmt, wie alle Jahre nächs­tes Jahr wie­der. Wir wün­schen wei­ter Wet­ter­glück und grüs­sen sie herz­lich,

  8. Es war gross­ar­tig - wir stau­nen, was Sie in kur­zer Zeit auf die Beine gestellt haben - auch ein Hoch auf den Musi­ker

  9. Umge­bung super, Hand­lung etwas chao­tisch, Schsu­spie­ler erfri­schend!

  10. Wun­der­ba­res Thea­ter, ide­en­reich und atem­los umge­setzt, bril­lant gespielt. Bravo bravo bravo!!!!

  11. Die Vor­stel­lung hat uns aus­ser­or­dent­lich gut gefal­len. In der vor­ders­ten Reihe waren wir so nah, prak­tisch mit­ten drin. Sehr wit­zige Insze­nie­rung.

  12. What a won­der­ful world! Dass in Corona Zei­ten Men­schen auf diese Art erhei­tert wer­den, ver­dient mei­nen aller­gröss­ten Respekt. Peter N. Stei­ner hat mit sei­ner Fas­sung des Deca­me­rone eine Glanz­leis­tung voll­bracht, das glei­che gilt für das Ensem­ble, das mit Spiel­freude und Enthu­si­as­mus über­zeugt. Mit Lie­bes­lust und Scha­ber­nack ver­ge­hen die zwei Stun­den wie im Flug. Mein gros­ser und herz­li­cher Dank geht an alle Mit­wir­ken­den, auch die­je­ni­gen die hin­ter der Bühne und im Bis­tro wir­ken.

  13. Es war ein wun­der­ba­rer, zau­ber­haf­ter Abend, schöns­tes Ambi­ente, erfri­schende Schauspieler/innen, unter­halt­sam, herz­haft zum
    Lachen, mit berüh­ren­dem Gesang. Sehr zu emp­feh­len und eine schöne Ent­füh­rung aus dem All­tag.

  14. War eine tolle Auf­füh­rung und Leis­tung in die­ser schwie­ri­gen Zeit. Wir haben die Auf­füh­rung sehr genos­sen. Herz­li­chen Dank!

  15. Gross­ar­ti­ges Ensem­ble, tolle Auf­füh­rung. Wir haben uns schon lange nicht mehr so amü­siert. Ganz herz­li­chen Dank

  16. Ich staune immer wie­der mit wel­chen Mit­teln man so ein gutes Stück insze­nie­ren kann.

  17. Eine wirk­lich gross­ar­tige und beein­dru­ckende Leis­tung des gan­zen Teams vor, auf und hin­ter der Bühne, d.h. auch ennet der Sihl. Ein Abend, der echt Spass gemacht hat. Bravo!!

  18. Es hat uns sehr gut gefal­len. Alle Spie­ler sehr pro­fes­dio­nell. Kulis­sen mit Hin­ter­grund der Sihl toll. Wir freuen uns jetzt schon auf näch­tes Jahr! DANKE an ALLE

  19. Es war ein aus­ser­ge­wöhn­lich tolle Auf­füh­rung, ein wun­der­voll ent­span­nen­der Abend! Die Schau­spie­ler haben ihr Bes­tes gege­ben und wir sind beglückt nach Hause gefah­ren. Wir kom­men bestimmt, wie alle Jahre nächs­tes Jahr wie­der. Wir wün­schen wei­ter Wet­ter­glück und grüs­sen sie herz­lich.

Schreibe einen Kommentar

Menü schliessen