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NACHWEHEN (Con­trac­tions) von Mike Bart­lett

26. März bis 28. März

Immer bes­ser, immer schnel­ler, immer mehr!“

Die Gier in unse­rer heu­ti­gen Arbeits- und Finanz­welt nach stets grös­se­ren Zah­len und bes­se­rem Ran­king wird immer mass­lo­ser. Dabei wird der Druck auf den ein­zel­nen Arbeit­neh­mer – die „Human Resource“, also den „mensch­li­chen Roh­stoff“ – immer extre­mer. Wer nicht mit­per­formt, dem geht es schnell an den Kra­gen! Denn in einer Zeit, in der man sich auch online stän­dig mit ande­ren ver­glei­chen kann, muss man sich per­ma­nent bewei­sen, immer up to date blei­ben und rund um die Uhr alles geben – sonst wird man zer­malmt!

Längst schon hat sich Angst breit gemacht in den obe­ren Eta­gen der Gross­un­ter­neh­men, wo Mas­sen­ent­las­sun­gen an der Tages­ord­nung sind. Die Angst, viel­leicht mor­gen schon aus­ran­giert zu wer­den. Wen wun­dert es, dass sich da die eine oder andere Moral­grenze ver­schiebt.

Wie weit geht man, um sei­nen Job zu behal­ten? „Viel zu weit!“ heißt die ver­stö­rende Ant­wort in NACHWEHEN von Mike Bart­lett, einem „Sze­nen­rei­gen in Varia­tio­nen“, der das immer glei­che Set­ting eines Per­so­nal­ge­sprä­ches zwi­schen EMMA und der PERSONALMANAGERIN ihres neuen Arbeit­ge­bers zeigt. Harm­los schei­nen die ers­ten Inter­views und Gesprä­che, in denen Emma in den Ver­hal­tens­co­dex der Firma ein­ge­führt wird und freund­lich nach Ihrem Wohl­be­fin­den im Arbeits­all­tag befragt wird. Raf­fi­niert und unmerk­lich aber mani­pu­liert die MANAGERIN die junge EMMA in eine fatale Abhän­gig­keit und treibt sie zu Höchst­leis­tun­gen an – und damit in die Enge. Auch die Über­wa­chungs­me­tho­den der Firma funk­tio­nie­ren bes­tens, und als EMMA die erste Vor­schrift des Fir­men­re­gle­ments bricht – Keine Lie­bes­ver­hält­nisse unter Kol­le­gen! – wer­den die Stell­schrau­ben immer straf­fer ange­zo­gen…

Ganz auf der Höhe der Zeit führt Mike Bart­lett in sei­nem „Gesell­schafts-Sci­ence-Fic­tion“ einen span­nen­den Zwei­kampf moder­ner Frauen vor. Die Dia­loge sind glei­cher­mas­sen wit­zig und erschre­ckend. „Kann das jemals sein?“ fragt man sich unwei­ger­lich. Doch in einer Zeit, in der Gross­fir­men jun­gen Arbeit­neh­me­rin­nen anbie­ten, ihre Eizel­len auf Kos­ten des Unter­neh­mens ein­zu­frie­ren, um ihre Arbeits­kraft zu opti­mie­ren oder in Län­dern wie China ab 2020 ein digi­ta­les Punk­te­sys­tem ein­ge­führt wer­den soll, wel­ches durch Über­wa­chung die „mensch­li­che Spreu vom Wei­zen tren­nen“ soll, sind wir doch schon längst mit­ten drin in Mike Bart­letts Dys­to­pie NACHWEHEN.

Spiel: Feli­ci­tas Heye­rick, Annette Wunsch
Regie/Bühne: Marco Luca Cas­telli
Musik: Han­nes Bar­fuss
Maske/Kostüme: Annina Schmid
Über­set­zung:Lukas Lan­gen­eg­ger

Auf­füh­rungs­rechte beim S. Fischer Ver­lag, Frank­furt am Main

Dauer: 80 Minu­ten


Details

Beginn:
26. März
Ende:
28. März
Veranstaltungskategorie:
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